Jahresrückblick 2016


Liebe Helfer/ -innen, liebe Adoptanten und Adoptantinnen, liebe Unterstützer/ -innen,


das neue Jahr 2017 steht vor der Tür und es wird Zeit für Denia Dogs auf das vergangene Jahr zu blicken, all die Probleme Revue passieren zu lassen, sich an die traurigen Momente, aber auch die fröhlichen Augenblicke zu erinnern, die uns allen die Kraft gegeben haben, weiterzumachen und nicht den Mut zu verlieren.  


Das Jahr 2015 ging recht turbulent zu Ende und ließ unseren Verein mit zwei großen Baustellen ins neue Jahr 2016 starten. Zum einen hatte uns der plötzliche Rücktritt der ersten und zweiten Vereinsvorsitzenden beinahe handlungsunfähig gemacht. Ohne Vorstand durften keine Hunde mehr nach Deutschland reisen, konnten keine Hunde vermittelt werden und mussten unnötig lang im Tierheim bzw. unserer Auffangstation sitzen. Ohne Vermittlungen fehlt sehr schnell der finanzielle Nachschub und das Geld für tierärztliche und Futter wurde sehr schnell knapp. Zum Glück verfügt unser Verein über
sehr engagierte Mitglieder! Eine außerordentliche Mitgliederversammlung konnte einberufen werden und ein neuer Vorstand stand fest. Nach tage- und nächtelangem Sortieren von Unterlagen, Einholen wichtiger Informationen und endlosen Telefonaten konnte unser Verein gerettet werden und erhielt die ersehnte Genehmigung, um erstmal wie gehabt mit der Tierschutzarbeit in
Spanien fortfahren zu dürfen. Dies haben wir zu einem ganz großen Teil unserer neuen ersten Vereinsvorsitzenden zu verdanken! 

Es wurde auch höchste Zeit unseren Fokus   wieder auf die eigentliche Tierschutzarbeit zu legen, denn in Spanien bahnte sich ein alleJahre wiederkehrendes Problem an: Das „Tierheim“ Cieza stand abermals vor der Schließung, da diesmal der Pachtvertrag seitens der Stadt mit unseren spanischen Tierschützerinnen Esperanza und ihrer Tochter Cristina nicht verlängert werden sollte. Das Problem war leider kein gänzlich unbekanntes, denn auch schon in der Vergangenheit stand Cieza einmal mehr vor der Schließung, was eine Tötung aller dort befindlichen Hunde zur Folge gehabt hätte. In wahren Goliath-Aktionen und dank eines sehr gut funktionierenden Netzwerkes von weiteren Tierschutzvereinen, wie der Tierhilfe Costa Blanca, konnten alle Hunde gerettet und untergebracht werden. Aber diesmal verhielt es sich etwas anders, denn die Stadtverwaltung war nicht mehr an einer Zusammenarbeit interessiert. Schlimmer noch, man wollte eine kostengünstigere Lösung für das Problem „Straßenhund“. Da Euthanasie immer günstiger ist als nachhaltiger Tierschutz, sollten sich unsere schlimmsten Befürchtungen bald bestätigen.

Das Tierheim sollte von einer Firma für Insektenvernichtung übernommen und weitergeführt werden. Wer hier beim Lesen ins Stolpern gerät, dem können wir nur zustimmen: Insektenvernichter als neue Leitung eines Tierheims? Eine seltsame Kombination. Als endgültiger Termin wurde nach einer langen Zeit  der Ungewissheit der 29.02.2016 gesetzt. Nach diesem Tag sollte es keine weitere Tierschutzarbeit mit Cieza mehr geben und die dann noch im Tierheim befindlichen Hunde sollten ihrem hoffnungslosen Schicksal überlassen werden. „Was tun?“ war die große Frage, die nun im Raum stand. Die letzte Rettungsaktion für Cieza hatte unseren Verein beinahe finanziell überlastet und wir waren leider schlicht und ergreifend nicht in der Lage, alleine alle Hunde aus Cieza zu retten. Hunde, die auf unserer Homepage zur Vermittlung standen, einen Namen und Fotos hatten. Wie es ein weiteres Mal gelungen ist, Cieza bis auf den letzten Hund zu räumen, die Hunde auf Pflegestellen zu verteilen, ob in Deutschland oder Spanien, ist mir bis heute ein Rätsel. Dank zahlreicher Spenden, Hilfsangeboten unterschiedlicher Art und wieder einmal der famos guten Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzvereinen, ist es uns allen gemeinsam gelungen, den armen Seelen in Cieza zu helfen und ihr Leben zu retten. Denn das war zweifelsohne mehr bedroht denn je. Nach der Übernahme durch den Insektenvernichter dauerte es nicht lange und das Tierheim Cieza wurde geschlossen. Wir haben bis zuletzt gekämpft, doch leider sind uns nun die Hände gebunden, angesichts eines übermächtigen Gegners: der Gier nach Geld. Unser einziger Trost bleiben die guten Kontakte von Esperanza, Carmen und Librada, mithilfe derer Hunde schon vor dem Tierheim abgefangen und gerettet werden können. Die Entwicklung von Cieza führt bei mir unweigerlich zu der Frage, ob Tierschutzarbeit in Spanien möglich und sinnvoll ist? Macht unsere Arbeit wirklich einen Unterschied? JA! Sie tut es. Für die Hunde und Hundekinder, denen wir helfen können macht es einen gewaltigen Unterschied. Sie bekommen das größte Geschenk: sie dürfen weiterleben, müssen weder Hunger noch Durst leiden und erhalten die   nötige tierärztliche Versorgung. Viele von ihnen ziehen   früher oder später den Sechser im Lotto und finden ein    Zuhause für immer. In einer eigenen Familie, von der sie als fühlendes Wesen anerkannt und geliebt werden. Und genau das macht den Unterschied und gibt uns die Kraft trotz Rückschläge weiter machen zu können. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere Adoptanten und Pflegestellen!


Unsere Auffangstation in  den Bergen hat Ende 2015 eine erfreuliche Nachricht zu vermelden: wir konnten günstig ein großes Grundstück im Tal kaufen! Früher betrieb hier eine deutsche Familie eine kleine Auffangstation, um Straßenhunden zu helfen, d.h. das Grundstück verfügte bereits über eingezäunte Ausläufe. Nach dem großen Waldbrand 2015, bei dem unsere Auffangstation in den Bergen um ein Haar den Flammen zum Opfer gefallen wäre, suchten wir nach einem Grundstück in weniger trockener Umgebung, bei dem sich ein Feuer nicht so rasant ausbreiten würde. Auch die täglichen Fahrten von und zur Auffangstation sind eine enorme Belastung für Fahrer und Auto. Letzteres ist eh schon sehr angeschlagen. Das Grundstück schien demnach eine glückliche Fügung des Schicksals zu sein. Getreu dem Motto, wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein, entpuppte sich erst nach vielen weiteren Besuchen


das Ausmaß der Sammelsucht des Vorbesitzers. Durch Spenden konnte Müllcontainer
um Müllcontainer bezahlt werden, um zum einen die ersten Ausläufe und vor allem
das Haus von den Gerümpelbergen zu säubern. Zum anderen um die
völlig  überwucherten Ausläufe vom „Unkraut“ zu befreien. Wer bei den ersten Fotos der neuen Finca -die eigentlich ein casa de campo ist- die Hände überm Kopf zusammenschlug und sich fragte, warum Denia  Dogs eine eigene Müllhalde in der Nähe von Oliva unterhielt, wurde bald von Fotos der ersten, bereinigten Ausläufen überrascht. Das Projekt nahm Form an und sobald wieder genug Geld beisammen war, konnte ein Stückchen weiter gearbeitet werden. Die Finca soll natürlich auch entrümpelt,
gereinigt und bewohnbar gemacht werden. Zunächst wurde das geräumte Dach repariert und neu abgedichtet. Die Außenwände einiger Räume mussten neu isoliert, verputzt und gefliest werden. Türen und Fenster im guten Zustand konnten günstig gebraucht erworben und eingesetzt werden. Ein spanischer Winter kann sehr nass und kalt werden. Im Haus muss ein neuer Boden gelegt werden. Wasser- und Gasleitungen konnten bereits verlegt werden, um die Finca auch wirklich bewohnbar zu machen. Parallel zu den Arbeiten im und am Haus entstehen nach und nach Ausläufe für die Hunde.  Die alte Umzäunung ist leider zum größten Teil nicht mehr zu benutzen, da Hunde bei dem Versuch sie zu überwinden, sich dran verletzen könnten. Als kostengünstige und sichere Alternative zeigten sich AluBauzäune als sehr hilfreich. So konnten mit der Zeit sehr schöne Ausläufe entstehen, in denen schon einige Hunde aus Cieza eine vorübergehende Bleibe gefunden haben und so ihrem traurigen Schicksal entrinnen konnten. Natürlich gibt es keinen Grund sich auszuruhen und daher werden wir auch im neuen Jahr 2017 mit Volldampf an der Fertigstellung der Finca und weiterer Ausläufe arbeiten. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch weiterhin unser großes Projekt „Neue Finca“ finanziell unterstützen würden. Die Fortschritte zeigen, was schon alles geschafft wurde und motivieren enorm. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender, die uns 2016 diese Fortschritte erst ermöglicht haben! 

 
Was gab es 2016 aus dem Tierheim Vedama in Oliva zu vermelden? Das Team der spanischen Tierschützer spielte sich mehr und mehr ein, sodass wir Interessenten schneller mit aktuellen Fotos versorgen konnten. Neue Hunde kommen so schneller auf unsere Homepage, können schneller ihr neues Zuhause finden und das schöne, aber dennoch unruhige Tierheim verlassen. Allerdings traf es auch Vedama dieses Jahr sehr hart: ein nicht abreißender Zustrom an Podencos und Podenco Mischlinge. Die spanischen Jagdhunde sind aufgrund ihrer Eigenheiten nicht einfach zu vermitteln  und warten daher teilweise sehr lange in Spanien oder auf Pflegestellen in Deutschland, ehe sich ein Interessent findet. Umso schwieriger wurde es für das eh schon gut gefüllte Tierheim als die Vedama Mädels zu einem Grundstück eines Animal Hoarders gerufen wurden. Es erwartete sie das blanke Chaos!  
Unzählige Hunde tummelten sich auf dem Grundstück,  vermehrten sich unkontrolliert, trugen nicht behandelte Wunden und waren übersäht von Parasiten. Welpen, Junghunde und erwachsene Hunde zum größten Teil Jagdhundmischlinge. Wohin mit all den Podencos und Mischlingen? Vedama blieb nichts anderes übrig als sie aufzunehmen und so mussten alle Hunde noch mehr zusammenrutschen. Zum Glück sind alle Hunde sehr gut sozialisiert und schlimme Beißereien blieben aus. Zu dieser großen Welle an Hunden, kamen noch weitere Notfälle, die eine aufwendige Behandlung beim Tierarzt benötigten:


Der erste dieser Notfälle war der zuckersüße Menut. In seinem zarten Alter musste er mit einer schlimmen Erkrankung kämpfen. Den kleinen Körper durchfuhren häufig epileptische Anfälle. Wie bei uns Menschen beginnen die Muskeln unwillkürlich zu zucken und der Hund reagiert  weder auf Ansprache noch erkennt er vertrauten Personen. Durch großzügige Spenden konnte eine MRT-Untersuchung finanziert werden, durch die ein Hirntumor ausgeschlossen werden sollte. Leider bestätigte sich der Verdacht und so mussten wir den kleinen Menut, der gerade erst mit seinen kleinen Tapsepfoten unsere Welt betreten hatte, gehen lassen.


Chus, der zweite Notfall, wurde humpelnd mit einer verletzenden Vorderpfote gefunden. Keiner weiß genau, wie lange der arme Kerl sich schon auf drei Beinen durchgeschlagen hat. Sein Bein war sehr entzündet und mehrfach gebrochen. Eine sehr großzügige Geldspende wurde an das Tierheim Vedama übergeben: 400,00 EUR wurden von  Sylvia Raßloff (www.tiereverstehen.com) und ihren Seminarteilnehmer gespendet und weitere 200,00 EUR von Claudia Winter (www.hairhunter.de) und ihren Kunden. Mit dieser großzügigen Spende wurde die 1.OP von Chus möglich gemacht. Es erfolgte eine Reposition und eine Entfernung der
Knochensplitter. Alle drückten Chus fest die Daumen und hofften, dass er bald wieder sein viertes Bein nutzen würde. Doch wir mussten leider einen herben Rückschlag hinnehmen, denn sein Bein wurde trotz aller Pflege schließlich doch noch komplett amputiert. Aber seiner Lebensfreude tat das keinen Abbruch und nun flitzt er auf drei Beinen mit den anderen Hunden um die Wette, frei von Schmerzen und das ist wohl das wichtigste. Zu seinem endgültigen Glück fehlt ihm noch ein eigenes Zuhause in einer Familie, der es egal ist ob ihr neuer Freund drei oder vier Beine hat. 

 

Hope und Emma benötigten ebenfalls dringend die Hilfe von den Tierschützern aus Vedama. Völlig abgemagert und in einem  jämmerlichen Zustand wurden sie aufgegriffen. Es stand nicht sehr gut um beide und sie mussten eine längere Zeit in der Tierklinik kostenintensiv behandelt werden. Sie erhielten sogar eine Bluttransfusion, da sie es sonst aus eigener Kraft nicht geschafft hätten. Die Behandlung schlug an und es geht beiden wieder gut! Daher sind Emma und Hope nun jeder für sich auf der Suche nach einem neuen Zuhause!    

 

Und was gibt es Neues von dem Gnadenhof „Teresa de Cofrentes“? Seit einigen Jahren unterstützen wir den Gnadenhof, der vom Ehepaar Kühne geführt wird, und helfen bei der Vermittlung von Hunden, die dort abgegeben worden sind und durchaus eine Chance auf Vermittlung haben. Auf dem Gnadenhof haben auch einige unserer Schützlinge ein Obdach gefunden, da unsere Auffangstation zu voll wurde. Die Pointerdamen Sola und Diana, die kleine Sinya und unsere alte Sena haben bereits ein Zuhause in Deutschland gefunden und konnten den Gnadenhof schon wieder verlassen. 
Der Riese Grande konnte ebenfalls nach Deutschland auf eine Pflegestelle ziehen und wartet dort geduldig auf hundeerfahrene Interessenten. Wir drücken ihm ganz fest die Daumen, sodass er 2017 endlich seine Familie findet!  


Der Gnadenhof freut sich immer über jedwede Spende und sucht Freiwillige, die vor Ort die Ärmel nach oben krempeln und unter schönster spanischer Sonne, bei der Versorgung der Hunde und Katzen helfen. Infos gibt es unter https://www.teresadecofrentes.de/ 

Wir mussten in diesem Jahr Abschied von einem ganz besonderen Schützling nehmen. Vor einigen Jahren sammelte unsere liebe Herma einen entsetzlich abgemagerten Dobermann ein, brachte ihn zum Tierarzt, um ihn von seinem Leiden und seinen Schmerzen zu erlösen. Doch dort entschied man, dass diese arme Kreatur eine Chance erhalten sollte. Er erhielt Infusionen, wurde liebevoll gepäppelt und kämpfte sich mit all seiner Kraft zurück ins Leben. Aus dem vermeintlichen Dobermann entpuppte sich ein stattlicher Rottweiler, der von nun an unsere Auffangstation vor bösen Menschen durch sein eindrucksvolles Gebell schützte.  
Er wurde zu einem ganz besonderen Hund und wickelte die Mädels reihenweise um den Finger. Weder junge Tierarzthelferinnen, noch abgeklärte Tierschützerinnen konnten ihm widerstehen. Umso mehr schmerzte die Nachricht im August dieses Jahres, dass Doby beim Tierarzt zusammengebrochen sei und jede Hilfe für ihn zu spät kam. Wir müssen im Laufe eines Jahres Abschied von vielen Hunden nehmen, sei es alters- oder krankheitsbedingt. Von Doby Abschied zu nehmen, fiel uns und vor allem seiner Retterin sehr schwer und macht uns immer noch sehr traurig. Er hinterlässt eine große Lücke und wird uns bei unserer Arbeit immer wieder daran erinnern, dass auch der aussichtloseste Kampf Gewinner hervorbringen kann! 


Ein wenig erfreuliches Jubiläum feiert unser leidgeplagter Golden Retriever Leo. Nachdem er ein Zuhause gefunden hatte, schien sein Pechsträhne endlich ein Ende gefunden zu haben. Doch leider stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass Leo an Epilepsie litt. Anfängliche Versuche des behandelnden Tierarztes brachten nicht den gewünschten Erfolg, die Anfälle wurden noch schlimmer  und häufiger, sodass Leo nicht mehr alleine bleiben konnte. Daher musste seine neue Familie ihn leider schweren Herzens wieder abgeben. Glücklicherweise fand sich nach einiger Zeit eine Pflegestelle, die bereit war sich um Leo zu kümmern, regelmäßige Besuche beim Neurologen auf sich nahm und vor allem mit den Anfällen von Leo klar kam. Nach vielen Monaten stellte sich schließlich eine Besserung ein und die Abstände zwischen den Anfällen wurden länger. Es lag aber immer noch ein weiter Weg vor Leo, denn die richtige Dosierung der Medikamente braucht viel Zeit. Seine Pflegestelle durchlebte 2016 Höhen und Tiefen mit Leo, zweifelte aber nie daran, dass Leo eines Tages ein halbwegs anfallfreies Leben führen kann. Für diese  aufopferungsvolle Pflege möchten wir uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken! Leo ist nun bereit für ein neues Zuhause und eine eigene Familie. Da seine Medikamente jeden Monat eine große finanzielle Belastung für den Verein darstellen, suchen wir parallel auch Paten, die sich an den monatlichen Kosten beteiligen würden!  


Zu den Pechvögel 2016 gehört ebenfalls unsere Enya. Sie hatte vermeintlich ihre richtige Familie gefunden. Leider zeigte die Adoptantin wenig Verantwortungsbewusstsein  und ließ Enya durch die geöffnete Terrassentür entlaufen. Es folgte eine groß angelegte Suchaktion mit vielen freiwilligen und hilfebereiten Menschen. Es wurden Suchhunde eingesetzt, die ehemalige Pflegstelle von Enya nahm eine sehr weite Anfahrt in Kauf, um nach ihrem Schützling zu suchen. Auch eine Drohne kam zum Einsatz. Leider ohne Erfolg, Enya blieb wie vom Erdboden verschluckt. Die Pflegestelle musste wieder abreisen und die Suche wurde auf ein Minimum reduziert, da man nicht mehr wusste wo man suchen sollte. Einige Tage später erreichte uns eine neue Sichtmeldung mit fadem Beigeschmack. Enya ist von einem Auto angefahren worden. Der Zustand des Autos ließ nichts Gutes erahnen und die Zweifel, Enya nicht mehr lebend zu finden, nagten an uns und den Suchenden. Auch die Pflegestelle war wieder angereist und suchte erneut alles ab. Aber Enya blieb abermals spurlos verschwunden. Hoffnungslos und zutiefst traurig setzte sich Enyas Pflegemama ins Gras und rief noch einmal verzweifelt Enyas Namen. Ungläubig blickte sie ins nahe Gebüsch und erspähte Enyas Kopf, der misstrauisch in ihre Richtung schaute. Humpelnd, aber glücklich, lief Enya ihrer Pflegemama in die Arme! Kaum einer hatte noch erwartet sie lebend zu finden. Die Freude war auf beiden Seiten unermesslich. Erleichtert atmeten wir alle auf. Ihr Bein war mehrfach gebrochen und wurde in einer anschließenden OP aufwendig wiederhergestellt. Alles verheilte und Enya erholte sich nach und nach. Ihr Immunsystem blieb anfällig und sie fing sich schnell Kleinigkeiten ein, die jedes Mal eine tierärztliche Behandlung zur Folge hatten. Enya schien von ihrem Pech nicht genug zu bekommen und versuchte einige Wochen später einen Stock in Gänze zu verspeisen. Um 5 vor 12 wurde Enya notoperiert. Der Stock hatte bereits die Magenwand perforiert und Inhalte des Magens drangen in den Bauchraum ein. Enya überlebte mit einer gehörigen Portion Glück und erholte sich auch von dieser OP langsam. Ihre zahlreichen OPs und die Suchaktion verursachten natürlich ein weiteres Mal enorme Kosten für den Verein, was wieder einmal dank vieler fleißiger Spender bewältigt werden konnte. Daher werden wir nicht müde uns herzlichst bei unseren Spendern zu bedanken!  


Bei der Tierschutzarbeit liegen Freud und Leid immer sehr nahe beieinander und daher freute es uns besonders als unser Sorgenkind Woods nach Jahren endlich ein Zuhause gefunden hatte. Woods Geschichte ist schon viel zu lang und beginnt kurz nach seinem Einzug ins Tierheim Oliva. Woods kam als normaler Junghund an, entwickelte aber schon bald einen Juckreiz am ganzen Körper gefolgt von Haarausfall, Schuppen und Ekzemen. Er wurde auf Leishmaniose behandelt, erhielt spezielles Futter und konnte sogar auf eine Pflegestelle in Spanien ziehen. Dort versuchte man vieles, konnte aber nach einem Jahr den Anblick des armen Tropfs nicht mehr ertragen. So kam Woods nach Deutschland auf Pflegestelle, wurde zunächst in Kliniken in NRW erfolglos behandelt und hatte schließlich das Glück, bei den Hamburger Spezialisten behandelt zu werden. Es folgte abermals ein Auf und Ab der Behandlungserfolge, nur diesmal verfolgte man einen genauen Plan und es galt, sich nicht von den Rückschlägen entmutigen zu lassen. Etliche, wirklich aufwendige Behandlungspläne später, die tägliche Duschen und bestimmte Futterdiäten einschlossen, zeigte sich endlich der ersehnte Erfolg: Woods Haare wuchsen nach, die entzündeten Hautstellen gingen zurück und der Kerl nahm endlich zu! Er fand seine Freude an Bewegung wieder, denn seine Pfoten waren nicht mehr geschwollen und entzündet. Auf dem Weg der Besserung fanden sich schließlich auch die richtigen Adoptanten, was kaum einer für möglich gehalten hätte.  
Wer möchte schon einem nicht ganz perfekten Hund, der aufwendige Behandlungen benötigt und regelmäßige Besuche beim Spezialarzt, ein Zuhause geben? Doch, es gibt sie, die barmherzigen Menschen, denen es egal ist, wieviel Geld und Arbeit ein Hund benötigt. Hauptsache es geht ihm gut und macht einen glücklichen Eindruck!  


Im Juni wurde über unsere Tierschutzarbeit in dem Magazin Nippers, dem Stadtmagazin für Hundefreunde, berichtet (www.nippers.de). Dort konnten wir auch ordentlich die Werbetrommel rühren für ein ganz besonderes Fest. Unser Verein ist nämlich seit 10 Jahren im Tierschutz tätig und hilft seit 2006 spanischen Streunern auf der Straße. Was klein anfing, wurde Jahr um Jahr größer und fand weitere Menschen, die ehrenamtlich bei der Rettung und Vermittlung von Straßenhunden mithelfen wollten. Wir können ca. 300 Hunden jedes Jahr ein neues Zuhause suchen. Einen solchen Erfolg wollten wir natürlich auf unserem Fest in Willich mit euch feiern! Wir hatten uns einiges überlegt, angefangen bei interessanten Vorträgen von Tierärzten und Heilpraktikern, über einen kleinen Flohmarkt bis hin zu unser Tombola mit vielen tollen Preisen, die von verschiedenen Firmen gespendet worden sind. Im Mittelpunkt unseres Festes standen die kleinen Zweibeiner. Es gab Kinderschminken, ein Quiz, in dem sich alles um Hunde drehte und ein Agilityplatz, auf dem Kids mit ihrem treuen Vierbeiner zeigen konnten, wie toll sie zusammen arbeiten konnten.   


 

Wir fühlen uns ein ganzes Hundeleben verantwortlich für unsere Schützlinge, jedoch ist es uns aus Zeitgründen nicht möglich, regelmäßig alle unsere Hunde wieder zu sehen. Aus diesem Grund veranstalten wir an verschiedenen Orten unsere Hunderunden zu denen wir unsere Adoptanten vorab einladen. Wir freuen uns immer riesig auf die Hunderunden und natürlich auf ein Wiedersehen mit ehemaligen Pflege- oder Vermittlungshunden. Es ist immer sehr schön zu sehen, was aus ihnen geworden ist und was für eine tolle Familie sie gefunden haben. Anbei ein paar Impressionen von den Hunderunden 2016. Wir würden uns auch im nächsten Jahr über eine rege Teilnahme an den Hunderunden freuen. Ich versichere Ihnen, Sie machen uns jedes Mal eine große Freude, wenn Sie mit ihrem Schützling eine unserer Hunderunde besuchen.  
Hunderunde am Falkensteiner Strand (Feb. 2016)  

     
Hunderunde in Grevesmühlen (Aug. 2016)   

     
Hunderunde Nettetal (Sept. 2016)   

        
Ostsee-Hunderunde (Okt. 2016)      

 


Windhund-Treff in Neu-Ulm
 

Diese ganz besondere Hunderunde findet regelmäßig auf einer 8000 qm großen, hoch eingezäunten Wiese in der Nähe von Neu-Ulm/Ludwigsfeld statt. Wie der Name vermuten lässt, richtet sich diese Hunderunde speziell an Besitzer von Galgos und Podencos. Als wahre Jagdhunde können sie häufig nicht abgeleint werden und bekommen selten Gelegenheit, ihre langen Beine richtig auszustrecken. Hier können sie völlig unbekümmert rennen und flitzen und ihre Besitzer mit raumgreifenden, eleganten Sprüngen ganz in ihren Bann ziehen.
 
Mit diesen schönen Impressionen möchten wir uns von ganzem Herzen für ihre Hilfe bedanken. Ohne Ihre Unterstützung könnten wir nicht all den armen Streunern helfen und ein neues Zuhause für sie finden. Im Jahr 2016 waren es 350 Hunde und 10 Katzen, die durch unsere gemeinsame Hilfe ein schönes Zuhause gefunden haben.


Für das Jahr 2017 haben wir uns wieder einiges vorgenommen. Die neue Finca soll fertig renoviert werden, sodass dort auch jemand wohnen kann, um die dort untergebrachten Hunde zu versorgen. Weitere Ausläufe sollen dort geschaffen werden, um schließlich alle Hunde unserer Auffangstation in den Bergen dort unterbringen zu können. Das würde eine wesentliche Entlastung für unsere Helfer vor Ort bedeuten. Dennoch werden wir auch nicht um die Anschaffung eines neuen (gebrauchten) Autos herumkommen, da wir für die Sicherheit der Hunde ein zuverlässiges Transportmittel benötigen. Selbstredend wollen wir auch 2017 wieder so vielen Hunden wie möglich helfen und ihnen ein besseres Leben ermöglichen. Das können wir natürlich nicht ohne ihre Hilfe und Unterstützung tun!


Wir wünschen Ihnen und Ihren geliebten Zwei- und Vierbeinern ein tolles neues Jahr 2017, Gesundheit und auf dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen mögen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei unserer Arbeit auch weiterhin unterstützen würden im Kampf gegen das Leid der spanischen Streuner. In diesem Sinne möchten wir diesen Jahresrückblick 2016 mit den Worten von Silvia Raßloff abschließen.   

Ihr Team von Denia Dogs

    

Und während die Welt ruft… Du kannst nicht alle retten!
…flüstert die Hoffnung… Und wenn es nur einer ist… Versuch es!  


Es sind die Menschen, die helfen… wenn eine Seele in Not ist… Sie überlegen nicht, ob es schwierig wird… Überlegen nicht, wieviel Zeit bleibt… ob es sich lohnt, was es kostet. Sie tun es einfach. Es gibt immer einen Weg… eine Hoffnung. Und sie tun viel mehr als das… Sie bringen Menschen zusammen, deren Herzen gleich schlagen… bringen Licht in diese Welt, Licht ins Dunkel… Zeigen Mut, Zuversicht… ein Lächeln, wenn alles verloren scheint. Das ist es, was wir brauchen! Was unsere Herzen erwärmt, was uns zeigt, dass man so Vieles erreichen kann, wenn man nur will. Woher sie die Kraft nehmen… die Zuversicht… diese unendliche Liebe… den Mut?  Von den Tieren, die sie gerettet haben. Denn egal, was sie erlebt haben… wie schlecht es ihnen geht, wie kurz die Zeit, die sie bei uns sind… Was sie uns geben, was sie hinterlassen… ist das Wertvollste, was wir erhalten können! Das Licht, das sie aussenden, wird uns ein Leben lang begleiten.
Wir glauben, dass wir sie retten… Wir glauben, dass wir ihnen helfen… Doch in Wirklichkeit retten sie uns!
© Sylvia Raßloff  

 

 

Erstellt am 04.01.2017
Zuletzt geändert am 10.01.2017
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